Montag, 9. Juni 2008

Mein englischer Harem



Letzten Montag habe ich zusammen mit Anthony McCarten im BuchThalia (ehemals BuchKober) in Mannheim eine kleine Lesung "gegeben". Also, eigentlich hatte er sie gegeben, ich war nur da, um zu übersetzen - und eben um aus seinem Buch "Englischer Harem" vorzulesen. Aber jetzt Mal alles auf Anfang:
Anthony McCarten, den meisten wahrscheinlich kein Begriff, ist ein Neuseeländischer Schriftsteller, der unter anderem das Buch zum Film "Ganz oder Gar nicht" / "The Full Monty" geschrieben hat. Er hat auch den österreichischen Kinder- und Jugendliteraturpreis gewonnen und wird das gleich wohl auch in Deutschland tun - nominiert ist er zumindest. Ein ganz unbekannter Literat ist er somit also nicht, seine Bücher werden bereits in Deutschland im Unterricht durchgenommen und sein Verlag Diogenes ist auch eher an größeren Fischen interessiert.
McCarten und ich gaben dann also letzten Montag um 20.30 Uhr eine kleine Lesung (ungefähr 25 Menschen nur lauschten unseren Worten) zum Besten, ich las ausgewählte Textstellen aus seinem Buch "Englischer Harem" vor und er kommentierte sie. Da die Zuschauer eher kein Englisch verstanden - wir hatten zuvor nachgefragt - übersetze ich Anthonys Kommentare natürlich brav, und wohl zur vollsten Zufriedenheit aller Zuhörer. Wie ich später erfuhr, war in Berlin Rufus Beck für meinen Part zuständig gewesen und konnte 100 Menschen anlocken - anscheinend ist Beck bekannter als ich ;)

Nach einer kleinen aber wirklich feinen Lesung und gegen 22 Uhr machten wir (Anthony, seine Verlags-Frau, eine Thalia-Angestellte und ich) uns auf den Weg, um gemeinsam noch etwas trinken zu gehen. Anthony wollte Abendesse, pretentious food fand er sehr appealing, und so empfahl ich ihm das Starks. Dort saßen wir dann ein paar gemütliche Stunden lang, unterhielten uns über Bücher - was auch irgendwann ein wenig lame, langweilig und böring werden kann und tranken unseren Weißburgunder...
Irgendwann fragt mich Anthony, ob er etwas am Ohr hätte - ich würde immer, wenn wir uns unterhielten, auf sein Ohr schielen. Nun war der gute Mann ja nicht der Erste, der mir diesen ungeheuerlichen Vorwurf machte - der Phil ist ja bekanntermaßen auch Opfer meines Drift-Blickes geworden. Die Situation war mir ein wenig unangenehm, denn Anthony schien sehr irritiert. Ich entschuldigte mich natürlich und verwies darauf, dass es sich dabei wohl um eine meiner Macken handelte... Allerdings konzentrierte ich mich beim folgenden Gespräch aber auch sehr drauf, nicht auf Anthonys Ohr zu schauen. Prompt bekam ich dafür großes Lob, wenn auch etwas spöttisch verpackt :)

Ein interessanter Abend mit einem Autor, der noch einiges Großes produzieren wird, davon bin ich überzeugt. Zur weiteren Lektüre seinen Empfohlen: "The English Harem" und "Death of a Superhero".

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